
Beim neuen Tabellenführer setzte sich unsere unerklärliche Formkrise fort und wir kassierten eine am Ende auch in dieser Höhe verdiente Packung. Baumholder trat sehr motiviert auf, aber zunächst konnten wir noch einigermaßen Paroli bieten. Beide Mannschaften kamen zunächst kaum zu nennenswerten Torchancen, wobei uns bereits in der 5. Minute ein möglicher Foulelfmeter versagt wurde. In der 29. Minute kamen die Gastgeber dann gegen unsere ungeordnete Defensive zum 1:0 und acht Minuten danach wieder nach einer Schlafmützigkeit zum 2:0. Danach bewahrte uns Torwart Hendrik Gräfe bei zwei gegnerischen Großchancen bis zur Pause vor weiteren Gegentreffern. Kurz nach dem Wiederanpfiff vergaben wir zwei Großchancen zum Anschlusstreffer, mit dem 3:0 (54.) war dann aber die Partie entschieden. Nach zwei weiteren Gegentoren (72. / 78.) liefen wir gegen die weiterhin hochmotivierten Gastgeber sogar Gefahr, noch deutlicher zu verlieren. Insgesamt leisteten wir uns zu viele individuelle Fehler und spielten nicht wie eine Spitzenmannschaft, sondern eher wie eine aus der hinteren Tabellenregion. Auch wenn wir viele verletzte oder gesperrte Spieler zu beklagen haben, stand auch in diesem Spiel eine ordentliche Mannschaft auf dem Platz, die derzeit aber komplett von der Rolle scheint und meilenweit von der Top-Verfassung der Vorrunde entfernt ist.
Vielleicht kommt das kommende spielfreie Wochenende gerade richtig, um die Zeit zu nutzen, derzeitige Fehler zu analysieren und in den nächsten Spielen auch mental wieder in die Spur zu kommen. Noch können wir aus eigener Kraft zumindest den zu Aufstiegsspielen berechtigenden 2. Tabellenplatz erreichen und sollten auch alles daransetzen, wieder in die Erfolgsspur zurückzukommen. /ck/
Landesliga-Primus gibt sich daheim keine Blöße
Baumholder. Am Ende war es eine „deftige Packung“ für den neuen Landesliga-Tabellendritten SC Hauenstein. Die als Zweiter angereisten Hauensteiner kamen bei Spitzenreiter VfR Baumholder vor 400 Zuschauern mit 0:5 (0:2) gehörig unter die Räder.
Am Ende waren es viele individuelle Fehler, die Hauenstein am Sonntag sportlich das Genick brachen. Hätte SCH-Schlussmann Hendrik Gräfe nicht noch drei- bis viermal Großchancen der Hausherren entschärft, wäre die Niederlage womöglich noch höher ausgefallen. „Als Team haben wir einfach zu viele einfache Fehler gemacht. Und am Ende war es schon sehr bitter, wie wir das heute abgeschenkt haben“, sprach Gräfe, der den gesperrten Maximilian Seibel als Kapitän vertrat, deutliche Worte. Durch die SCH-Niederlage ist der SV Hermersberg neuer Tabellenzweiter.
Als der kurz zuvor eingewechselte Finneas Allnoch und Baumholders Kapitän Niklas Alles mit seinem zweiten Treffer das Ergebnis auf 5:0 schraubten (72. und 78.), musste man Angst bekommen, dass die SCH-Niederlage noch deutlicher würde. Zumal sich die Spieler der Platzelf immer noch gegenseitig anfeuerten, nicht nachzulassen. „Mir fehlen gerade etwas die Worte. Das Ergebnis geht völlig in Ordnung – auch weil wir dem Gegner die Tore selbst beschert haben. Es war ja nicht so, dass die uns an die Wand gedrückt hätten“, fand Hauensteins Trainer Philipp Weishaar. Und fügte hinzu: „Und das hat jetzt auch nichts damit zu tun, dass wir ersatzgeschwächt waren. Wir hatten immer noch eine gute Mannschaft auf dem Platz“, erklärte Weishaar. „Alles, was uns normal ausmacht, fehlt momentan“, so Weishaar.
Da die angeschlagenen Nico Rüdiger und Noel Kästner rechtzeitig fit wurden, mussten Weishaar und sein Co-Trainer Christof Seibel nur zwei Veränderungen vornehmen. Für die gesperrten Moritz Schmitt und Kapitän Seibel spielten David Laux und Matthias Seibel. Für Laux war es der erste Einsatz seit dem zehnten Oktober des Vorjahres. Seibel spielte zum zweiten Mal in dieser Saison von Beginn an auf der linken Außenbahn.
Eine knappe halbe Stunde sah es auch nicht nach einem klaren Sieg für Baumholder aus. Die Gäste hielten den Gegner weitgehend vom eigenen Strafraum weg. Offensivaktionen gab es dafür kaum. Als Christof Seibel in der fünften Minute von seinem Gegenspieler zu Boden gedrückt wurde, hätte es durchaus auch Strafstoß für die Gäste geben können, der Pfiff blieb aber aus. Nach 29 Minuten war die rechte Hauensteiner Abwehrseite bei einem Konter „verwaist“. Ahmad Tajik bediente Kapitän Alles, der den Ball aus halblinker Position unhaltbar in den linken Torwinkel donnerte. Beim 2:0 durch Lucas Da Silva (37.) stolperte der erst, aber drei Hauensteiner um ihn herum griffen nicht resolut genug ein. Da Silva rappelte sich auf und traf aus kurzer Distanz. Die sichtlich geschockten Hauensteiner hatten danach Glück, dass wenigstens Gräfe bei Großchancen von Fuchs und Danny Lutz auf dem Posten war. Sonst wäre die Partie schon zur Halbzeit entschieden gewesen.
Weishaar brachte dann den offensiveren Anesu Chagonda für Tim Scherer. Bereits nach 40 Sekunden tauchte Christof Seibel allein vorm VfR-Tor auf, schoss aber über den Kasten. Nach 51 Minuten zwang Laux nach Flanke von Tim Keiser Baumholders Keeper Philipp Schreier zu einer Glanzparade. Doch nur zwei Minuten später fiel das 0:3 durch Da Silva hinnehmen – die Vorentscheidung.
Quelle: Rheinpfalz, Pirmasenser Ausgabe vom 13.04.2026 von Peter Seibel
